Evangelisches Jugendwerk in Württemberg, Evangelische Hochschule Ludwigsburg

Studientag "Junge Menschen und die Kirche"

Konsequenzen aus der Mitgliederprojektion 2060

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland werden im Jahr 2020 weniger als die Hälfte der jungen Menschen Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche sein. Bis zum Jahr 2060 könnte sich dieser Anteil auf 25% verringern – so zeigt es die Mitgliedervorausberechnung der Universität Freiburg. Solche veränderten Rahmenbedingungen wirken sich auf alle Felder der kirchlichen Arbeit mit jungen Menschen aus.

Beim Studientag am 26. März 2020 wird Fabian Peters, einer der Autoren der Freiburger Studie, einen detaillierten Einblick in die Mitgliederprojektion geben und mögliche Szenarien darstellen, wie der Trend beeinflusst werden kann. Gemeinsam mit Expert/innen aus den verschiedensten Arbeitsfeldern bieten über 20 Workshops am Nachmittag eine Plattform um zu diskutieren, wie die kirchliche Arbeit auch in Zeiten sinkender Mitgliedschaftszahlen gelingen kann.

Der Studientag steht im Kontext des Forschungsprojekts „Jugend zählt 2“, bei dem im Jahr 2021 die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Evangelischen Landeskirchen Baden und Württemberg statistisch erhoben werden wird.

Vorgesehenes Programm:
09.30 Uhr
   
Ankommen
10.00 Uhr
  Impuls und Begrüßung
10.15 Uhr   Baden-Württembergische Einblicke in die Freiburger Studie "Kirche im Umbruch". Die südwestdeutschen Landeskirchen zwischen demografischen Wandel und nachlassender Kirchenverbundenheit
(Fabian Peters, M.Sc., Universität Freiburg, Mit-Autor der Freiburger Studie)
11.15 Uhr   Murmelgruppen
11.30 Uhr   PAUSE
11.45 Uhr   Podiumsdiskussion u.a. mit:
    Prof. Dr. Wolfgang Schmidt
Dr. Norbert Lurz
Fabian Peters
Sabrina Schaal
12.30 Uhr   Mittagessen
13.30 Uhr   Workshop-Phase I
14.30 Uhr   PAUSE
14.45 Uhr   Workshop-Phase II
15.45 Uhr   PAUSE
16.00 Uhr   Schluss-Impuls: Klänge für Morgen.
Ein Hoheslied auf die Kirche in kritischer Verbundenheit
(Prof. Dr. Wolfgang Ilg, EH Ludwigsburg)
16.30 Uhr   Abschluss

Workshops (Stand: 17.01.2020):
Nr. Workshop  
Beschreibung  
Referenten
1
Bildung und Begegnung: Gesellschaft -Religionsunterricht -Kirche
 
Bildung beruht unserem Bekenntnis entsprechend auf der unverfügbaren und unverbrüchlichen Begegnung Gottes mit den Menschen, mit jedem Individuum wie auch in sozialer Dimension. Eine zunehmende Eigenständigkeit des Individuums mit all seinen Entscheidungs- und Verfügungsmöglichkeiten stellt Gesellschaft und Kirche zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor neue Herausforderungen. In der Mitgliederprojektion 2060 spiegeln sich einige davon wider. Welche Rolle kommt dabei dem Religionsunterricht als staatlichem Bildungsanliegen zu? Der Workshop will diese erarbeiten und Ansätze zum Umgang damit ermöglichen.
 
Kirchenrat Ulrich Ruck,
Ev. Oberkirchenrat Stuttgart

3
Erlernt, genau hinzuschauen … Diakoninnen und Diakone als „Auge der Kirche“  
Diakoninnen und Diakone sind ausgebildet, an und auf „Grenzen“ unterwegs zu sein: als Spezialisten des Ausgleichs (Prof. Dr. Zippert) bringen sie Menschen und Lebenswelten in Verbindung. Und: sie eröffnen Räume, so dass Menschen das Quartier mitgestalten können. Eine Stunde beschäftigen wir uns mit der diakonischen Haltung und den für die Aufgabe in Studium und ggf. Weiterbildung zu erlernenden, notwendigen Kompetenzen.  
KR Joachim L. Beck,
Direktor Zentrum Diakonat

KR Stefan Alger,
Referent für Diakonenausbildung

4
Zukunft der Konfi-Arbeit - Konfi-Arbeit der Zukunft  
Die Konfi-Arbeit ist stets von der jeweiligen gesellschaftlichen und kirchlichen Situation geprägt. Ihr Anliegen, Kinder und Jugendliche auf dem Weg des Glaubens zu begleiten, lässt sie auch in Zukunft ein zentrales außerschulisches Bildungsangebot bleiben.Was wird eine zukunftsfähige Konfi-Arbeit brauchen? Wohin wird sich das Konfirmationsverständnis entwickeln? Welche Inhalte und Themen werden von Bedeutung sein? In welche Richtung werden sich Strukturen und Gestaltungsformen entwickeln? Solchen Fragen möchten wir im Workshop nachgehen und diskutieren.  
Dozent Martin Trugenberger,
ptz Stuttgart

Studienleiter Ekkehard Stier,
rpi Karlsruhe

5
Glaube und Theologie – mitten im Leben.  
Glaube und Theologie sind wie die beiden Seiten eines Reißverschlusses, sie gehören zusammen und geben gemeinsam Halt. In diesem Workshop werden die Formate „Theologie im Café“ und „Theo Livestream“ vorgestellt und diskutiert. Beide Angebote wurden entwickelt, um junge Menschen dabei zu unterstützen ihren persönlichen Glauben theologisch zu reflektieren und dadurch sprachfähig zu werden.  
Björn Büchert,
CVJM Landesreferent im EJW

6
Von 80 auf 800 - Kinder und Jugendarbeit als Schlüssel für Gemeindewachstum  
Die Pforzheimer Stadtmission (freies Werk in der badischen Landeskirche) legt in ihrer Arbeit einen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche. In den letzten 40 Jahren war dies mit der Schlüssel für Wachstum. Von damals 80 Senioren wuchsen die Gottesdienste auf mittlerweile 800 Besucher. Die Jugendarbeit findet in verschiedenen Stadtteilen statt und erreicht pro Woche über 350 Kids und Jugendliche.  
Martin Wezel,
Pastor in der Pforzheimer Stadtmission

8
Kirche neu mit „Young Urbans“ erleben  
Mit „Young Urbans“ wird versucht den Lebensabschnitt junger urbaner Menschen zu fassen: Zum Studium, oder für den ersten Job meist in eine Stadt gezogen - oder geblieben - reicht die Altersspanne ca. von 20-35 Jahren. Gegenüber ihren Bedürfnissen erscheint landeskirchliches Leben überwiegend irrelevant und ästhetisch wenig ansprechend. Warum also in der Kirche bleiben, wenn auf dem ersten Gehaltszettel die Kirchensteuer abgeht? Wie Kirche neu erleben und der Sehnsucht nach Ruhe, Selbstwirksamkeit und Lebensglück Raum geben?  
Pfr. Florian Binsch,
Ev. Kirche Mannheim

10
prokids - 18 Modelle für die Arbeit mit Kindern und ihren Familien  
Die Arbeit mit Kindern in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit ist sehr vielfältig geworden. Neben bewährten Angeboten entstehen neue Modelle als Antwort auf eine sich verändernde Gesellschaft. In diesem Seminar wird der Fokus auf die kontinuierliche praktische Arbeit für 3-13-Jährige gelegt. Einige Gemeinden denken um und probieren andere Modelle für Kinder aus. 18 dieser Modelle werden hier kurz benannt oder vorgestellt, die mit viel Motivation und Freude in Deutschland durchgeführt werden.
Das Seminar eignet sich für alle, die
  • sich neu inspirieren lassen möchten,
  • beratend in Gemeinden agieren,
  • haupt- oder ehrenamtlich für Kinder aktiv sind,
  • selbst Kinder haben und sich informieren wollen,
  • Kinder für den christlichen Glauben begeistern möchten,
  • PRO KIDS sind!
 
Landesjugendreferentin Antje Metzger,
EJW prokids

10a
Mitarbeitende in der Arbeit mit Kinder begleiten- Wie ein zukunftsfähiges Mentoring der ehrenamtlichen Mitarbeitenden aussehen kann.  
Unsere ehrenamtlichen Mitarbeitenden werden über verschiedene Schulungsprogramme wie (Grund-und Aufbaukurse, Trainee-Programm) sehr gut geschult. Doch wie begleiten wir sie in ihrer Tätigkeit, wenn sie mit Kindern Probleme haben, bei der Programmplanung oder in Fragen des Glaubens? Gute Begleitung von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, fördert nicht nur die Motivation, sondern gibt die Chance sie in ihrem Glauben zu begleiten und zu stärken.  
Landesjugendreferent/Diakon Markus Röcker,
EJW Jungenarbeit / prokids - Arbeit mit Kindern

11
Lebensweise – Jüngerschaft: Wie helfen Kleingruppen alltagsrelevantes Christsein zu leben?  
Ein wesentlicher Faktor, damit junge Erwachsene für einen Weg des Glaubens gewonnen werden und auf diesem dranbleiben, sind Freundschaften. Wenn wir Jesus im Alltag folgen wollen, dann brauchen wir jemanden in unserem Leben, der uns immer mal wieder fragt: Wie geht’s dir auf deinem Weg mit Jesus? Und genau darum geht es in unserem Workshop: Um Freundschaften, die ermutigen alltagsrelevantes Christsein zu leben.  
Christof Schneider,
EJW Landesjugendreferent Beziehungsinitiative

Jan-Thomas Wurster,
EH-Student und Teil der SoulDevotion Jüngerschaftsbewegung



12
Familien im Fokus Konsequenzen für die Arbeit mit jungen Familien  
Die Lebenswelten von Familien sind vielfältig und verändern sich stetig. Die Organisation des Familienalltags wird komplexer, die Erwartungen an Familien nehmen zu. Familien stehen zunehmend unter Druck. Wir beschäftigen uns daher mit der Frage, wie Einrichtungen und Gemeinden Unterstützungs- und Entlastungsangebote für Familien entwickeln können, um Familien zu stärken? Wie kann es uns zukünftig gelingen, neue Beziehungsräume zu schaffen, in denen sich Familien in allen gelebten Formen willkommen fühlen?  
Martina Nägele,
Ev. Landeskirche in Württemberg

Sara Bardoll,
Ev. Landeskirche in Württemberg, Projekt Familien stärken

14
Diakonische Jugendhilfe in einer sich verändernden Kirche und Gesellschaft - Herausforderungen und Chancen  
Mit der anhaltend zunehmenden sozialen Ungleichheit wachsen die diakonischen Aufgaben der Kirche. Dies eröffnet auch neue Herausforderungen und Möglichkeiten für das Zusammenwirken von Einrichtungen der Diakonie mit Kirchengemeinden, evangelischer Jugendarbeit und anderen kirchlichen Werken. Am Beispiel der Diakonischen Jugendhilfe werden Chancen vorgestellt und diskutiert.  
Matthias Reuting,
Diakonisches Werk der ev. Kirche in Württemberg e.V. - Abteilung Kinder, Jugend und Familie

20
DELTA – gott.vielfältig.erleben  
Beim SWD-EC haben wir ein neues junges Erwachsenen Konzept entwickelt und wollen dies vorstellen. Es handelt sich um einen Veranstaltungsabend an dem Gott „erlebbar“ gemacht wird, in dem unterschiedliche Zugangswege in unterschiedlichen Räumen entwickelt wurden  
Armin Hassler,
Geschäftsführer, SWD-EC Jugendverband

Florian Hoppe

23
Villa Jugendkirche in Lörrach – ein Kommen und ein Gehen …  
Seit Juni 2018 gibt es die Villa Jugendkirche der Bezirksjugend in Lörrach. Bei diesem Workshop wird die Konzeption, die Entstehungsgeschichte und die aktuelle Arbeit vorgestellt und Herausforderungen diskutiert.  
Jörg Mauch,
Bezirksjugendreferent im Kirchenbezirk Markgäflerland



 
weitere Workshops sind in Vorbereitung...